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Wettbewerbe und Studien
München 2010 "EUROPAN 10: to create urbanity - regeneration, revitalisation, colonisation" · engere Wahl
offener städtebaulicher Wettbewerb
"EUROPAN 10: to create urbanity - regeneration, revitalisation, colonisation"

Standort / Jahr
München / 2010

Wettbewerbsauslober
EUROPAN Deutschland e.V.
Lützowstraße 102-104
10785 Berlin
und
Landeshauptstadt München
Blumenstraße 28
80331 München

Fläche Wettbewerbsgebiet

ca. 57.000 m2

Geschoßfläche Neubauten
ca. 8.800 m2

Leistungsumfang
Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung)

Auszug Auslobungstext
"Im Bereich der ehemaligen Stadtbefestigung, die die Stadt München vom 13. bis zum 18. Jahrhundert umschloss, wurde im Jahr 1970 eine sechsspurige Rampenanlage als Erschließung einer Tiefgarage mit 800 Stellplätzen und einer unterirdischen Anlieferfläche errichtet. Diese Erschließungsfläche entstand im Zusammenhang mit dem Neubau des unterirdischen Einkaufszentrums am Stachus, das damals als größtes Untergrundbauwerk Europas galt.
Ziel des Wettbewerbs ist es, eine Strategie für eine städtebauliche und architektonische Neuinterpretation innerstädtischer Flächen mit hoher Lagegunst zu entwickeln. Mit einer Bebauung sollen der Stadtgrundriss im Bereich der ehemaligen Stadtbefestigung an der Herzog-Wilhelm-Straße zwischen Herzogspital- und Josephspitalstraße ergänzt und neue Impulse für den umliegenden Altstadtbereich gesetzt werden.
Das Projektgebiet liegt an der Schnittstelle zwischen dem historischen, mittelalterlichen Stadtgrundriss und der Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts, gleichzeitig im Spannungsfeld zwischen einer der meistfrequentierten Fußgängerzonen Europas 100 m nördlich des Planungsgebietes, einer öffentlichen Grünfläche aus den 1980er Jahren im Süden und der Sonnenstraße im Westen, einer vom Verkehr geprägten Einkaufsstraße. Hier soll ein Stadtraum entstehen mit eigener Atmosphäre und urbaner Aufenthaltsqualität."

Auszug Jury-Protokoll
"Die vorgeschlagene Struktur ist eine logische Ableitung aus den bestehenden Strukturen und damit sehr gut geeignet, ortsbildend zu wirken. Entsprechendes gilt für die gelungene architektonische Gestaltung."

Auszug Erläuterungstext
"... Am Ende ist doch alles gut ausgegangen mit GOLDRAUSCH, vorgestern wurde die letzte Wohnung verkauft.
... Das Schwierige an der Wettbewerbsaufgabe war ja, daß der Gedanke des Weiterbauens der Stadt naheliegend schien. Das Wettbewerbsgrundstück im Bereich der ehemaligen Stadtmauer war aber nicht breit genug war, um einfach einen Block mit ein paar Innenhöfen vorzuschlagen. Wir haben uns zu einem frühen Zeitpunkt dazu entschieden, gegenüber den zu erhaltenden Bestandselementen der Rampe und des Aussenluftschachtes, die rein zufällig und nur aufgrund ihrer Funktion in den 1970er Jahren auf dem Wettbewerbsgrundstück angeordnet wurden, eine Taktik des Verneinens anzuwenden. Die Lösung lag im Wechsel der Betrachtungsperspektive, als wir mal positiv und negativ vertauschten und die bestehenden Strukturen der Innenhöfe als Schwarzplan anlegten. Am Ende haben wir die bestehenden Höfe kopiert, ihnen eine gleichmäßige Form gegeben und aneinander ausgerichtet. Und anstatt zu versuchen diese in die Mitte von GOLDRAUSCH zu legen, ordneten wir sie an den Seiten des Gebäudes an.
... Insgesamt haben wir 41 unterschiedlich große Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 3.953 m2 gebaut, das sind 45% der Bruttogeschoßfläche. Die übrigen 4.871 m2 sind mit verschiedenen Nutzungen aus den Bereichen Dienstleistungen, Gastronomie, Verkauf und Handel belegt. Da uns die vorgenannten Nutzungen zu wenig schienen, um eine erfolgreiche Akupunkturmaßnahme durchzuführen - das Grundstück war ja im Wettbewerb in die übergeordnete Kategorie "Revitalisierung - urbane Akupunktur" eingeordnet - haben wir ergänzend einen multifunktionalen Kulturraum vorgeschlagen, der temporär immer wieder anders genutzt werden sollte.
... Das Passivhaus-Konzept hatte sich vor sieben Jahren noch nicht wirklich durchgesetzt gehabt, aber der einfache Anschluß an die Fernwärme in der Sonnenstraße gab den Ausschlag dafür. Es hat einen großen Anteil daran, daß im Gebäudebetrieb die Betriebskosten deutlich unter dem vergleichbaren Durchschnitt liegen. Heute will ja keiner mehr eine Wohnung oder Büroflächen, welche nicht überdurchschnittliche Werte im Energiepass stehen hat.
... Warum GOLDRAUSCH? Hm, während der Wettbewerbsphase saßen wir abends mal mit einer befreundeten Choreographin zusammen, die sich für die Arbeit interessierte und im freien Assoziieren über die Farben aus dem Münchner Stadtwappen, die ja Schwarz und Gold sind, kamen wir irgendwann zu dem Kunstwort GOLDRAUSCH. Die Verbindung zu Gold gefiel uns immer mehr, Gold hat was Mystisches an sich, ist wertvoll, hat Bestand. Damit GOLDRAUSCH nicht zu sehr ins Geheimnisvolle verschwindet, haben wir GOLDRAUSCH mit einem robusten Gebäudesockel geerdet, welcher aus Sichtbetonflächen besteht, die rundum von Graffiti-Künstlern gestaltet wurden. Es kommen immer wieder neue Graffitis über die alten, aber das hält GOLDRAUSCH schon aus."
München 2009 "Prinz-Eugen-Kaserne" Herford 2009 "Betreutes Wohnen mit Tagesstruktur" Straubing 2008 "EUROPAN 9: european urbanity - sustainable city and new urban spaces" Saarbrücken 2007 "Galerie der Gegenwart" Köln 2007 "Rhein - Wohnen am Strom" Braunschweig 2007 "St. Leonhards Garten - Neues Wohnen in Braunschweig" · 2.Phase Neufahrn 2005 "Neufahrn-Ost" Gersthofen 2005 "EUROPAN 8: european urbanity - Strategien für die Zukunft der Europäischen Stadt" Traunreut 2002 "Traunring - Munastraße" München 2002 "... rund um den Ostbahnhof" · 2.Phase Taufkirchen 2001 "EUROPAN 6: Zwischenorte - Architektur im Prozeß zur urbanen Erneuerung" · engere Wahl München 2000 "St.-Jakobs-Platz - Jüdisches Kultur- und Gemeindezentrum" Graz 2000 "Wohnbau ...haltbar bis" Breisach am Rhein 2000 "Planen und Bauen über Grenzen hinweg im europäischen Haus" Berlin 2000 "Dichte und Offenheit" Regensburg 1997 "Variable Wohnstrukturen" · Teilnahme am BDA Studienpreis Bukarest 1997 "Schutzhülle" Bonn 1997 "Wohnen unter dem Dach der Zukunft" München 1996 "Messestand" Dresden 1996 "low budget house" Publikationen PRAXIS IMPRESSUM